„Viv Timoun“ - Das ist kreolisch und bedeutet: “Lebe, kleiner Mensch”.
Gegründet wurde dieser Verein im Februar 2010 durch die Initiative der belgischen Dokumentarfotografin Alice Smeets. Zunächst sollen zwei Projekte in Haiti und in Benin unterstützt werden: Der Wiederaufbau einer Schule/Waisenhaus nach dem Erdbeben (Haiti) und die landwirtschaftliche Förderung zur nachhaltigen Selbsthilfe in ländlichen Gebieten (Benin/Westafrika).
„Viv Timoun“ sind acht junge Mitglieder mit einer Vision: Entwicklungshilfe durch nachhaltige und effektive Projekte.
Presse-Video:
http://brf.be/nachrichten/regional/91028
Im Stadtteil Carrefour Feuilles, einer der ärmsten Gegenden von Port-au-Prince, gab es vor dem Erdbeben eine gut funktionierende Schule mit integriertem Waisenhaus. 200 Kinder besuchten dort täglich den Unterricht und 20 Waisen nannten das Waisenhaus ihr zuhause.
Die Lehrmethode dieser Schule ist eine Besonderheit in Haiti: die Montessoripädagogik. Dies ist ein entwickeltes pädagogisches Bildungskonzept mit dem „Hilf mir, es selbst zu tun“. Die Kinder werden von klein auf zur Selbstständigkeit erzogen.
Das Erdbeben zerstörte große Teile der Schule, so dass sie komplett abgerissen werden musste. Nun wird sie wieder aufgebaut. “Viv Timoun” unterstützt M.E.V.A. damit das Gebäude wieder neu aufgebaut werden kann – größer und erdbebensicher
Dieses Projekt wird seit 2004 von Haiti Care, Berlin geleitet und nun von „Viv Timoun“ unterstützt.
Hilfe zur Selbsthilfe ist hier die Devise. Menschen, die durch das Erdbeben alles verloren haben oder die vorher schon arm waren, bekommen die Chance sich selbst etwas aufzubauen. „Viv Timoun“ vergibt kleine Startkapitale für Marktstände oder Mofataxis, damit die Menschen danach auf eigenen Beinen stehen können.
Bei diesem Pilotprojekt in Benin geht es um die landwirtschaftliche Entwicklung bestimmter örtlicher Gebiete. Der Fokus liegt in der ‚Hilfe zur Selbsthilfe’.
Das Projekt basiert auf einer Doktorarbeit des beninischen Agraringenieurs ‚Luc Hypolite Dossa, unserem Partner im Benin.
Er hat die Zucht der beninischen Ziege und ihre Auswirkung auf die Lebensqualität der Bauern recherchiert und die Ergebnisse unter anderem in offiziellen Schreiben der FAO publiziert.
Die Ziege ist in fast jedem ländlichen Haushalt Benins zu finden. Die Menschen benutzen die Ziege als eine Art ‚mobile’ Bank, als Investition. Somit kann in Notzeiten (z.b. um den Aufenthalt in einem Krankenhaus bezahlen zu können) durch den Verkauf einer Ziege, in sehr kurzer Zeit das nötige Geld freigesetzt werden.
Daher die Idee für das Projekt: die Ziege ist das ideale Tier um mit der armen Bevölkerung zu arbeiten, um ihnen damit zu helfen, sich selbst zu helfen.
Ziel des Projektes ist der stetige Ausbau der schon bestehenden landwirtschaftlichen Farm/Ausbildungsort um dadurch starke, reproduzierbare und resistente Ziegen zu züchten und gleichzeitig Gemüse anzubauen, welches zur langfristigen Eigenfinanzierung des Projektes dient.
Letztendlich ist es ein integriertes Programm. Wir vereinigen Landwirtschaft, Gemüseanbau, Ziegenzucht und Gemeindeentwicklung.
Projektleiter in Benin ist Max Küchenberg, der das Projekt 2007 gestartet hat und seitdem jährlich nach Benin reist um dort die Farm und die Ziegenzucht voranzutreiben.